Wegweiser sein dürfen in einer schwierigen Lebensphase
"Endlich hört mir mal jemand zu und kritisiert nicht zuerst, wie ich aussehe, ich werde hier ganz normal behandelt. Das hatte ich schon lange nicht mehr", sagt eine 17-Jährige, die zum ersten Mal im Orientierungshaus ist.
In einer Phase des Alleinseins, der Orientierungslosigkeit finden Kinder und Jugendliche, die auf der Straße oder bei Bekannten leben, eine Anlaufstelle im Orientierungshaus. Gleich welcher Jugendliche abends vor der Tür steht, er erhält Einlass, ein warmes Essen und ein Bett. Wenn der Hilfesuchende es wünscht, kann er für einige Tage "anonym" bleiben. Gemeinsam mit den Mitarbeitern kann er seine Wäsche waschen, die Freizeitangebote nutzen oder einfach erzählen. Nach dem Frühstück am Morgen schließt das Haus.
Die jungen Menschen, die das Haus nutzen, stehen vor der Entscheidung, welchen Weg sie für ihr Leben wählen wollen. An diesen Kreuzungen wird den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, zur Ruhe zu kommen und zu sich selbst zu finden. Erst wenn eine gewisse Beruhigung zu erkennen ist, zeigen die Mitarbeiter mögliche Beratungs- und Anlaufstellen auf, begleiten die Jugendlichen zu Behörden.
Dieses niederschwellige Angebot wurde zusammen mit dem Jugendamt der Stadt Magdeburg entwickelt. Es ist eine Form aktiven Jugendschutzes, da der junge Mensch mangels Geld, Hunger ... nicht abhängig ist von problematischen "Helfern der Nacht".
Zahlen und Fakten:
- Eröffnung 01.10.1995
- Anzahl Plätze: 8
- 4 Mitarbeiter
- Investitionsvolumen: 0,4 Mio. Euro
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